Heilpraktiker – kann der was oder ist das alles nur Humbug?

    Heilpraktiker – kann der was oder ist das alles nur Humbug?

    „Ein Heilpraktiker hat ja fast ein Studium“ „Heilpraktiker sind doch nur Scharlatane“ „Heilpraktiker sind Heilkomiker“

    Unterschiedlicher könnten die Aussagen zu diesem Berufsbild wohl nicht sein.  Erst auf dem Abiball meiner Tochter, ist mir wieder genau so eine Aussage im Gespräch begegnet und deshalb habe ich beschlossen , hier muss jetzt mal aufgeklärt werden.

    Die Wahrheit liegt natürlich wie immer dazwischen.

    Die Heilpraktiker Ausbildung ist tatsächlich nicht standardisiert. Es führen viele Wege zu dieser Bezeichnung. Fakt ist aber: Die Prüfung darf man erst mit 25 Jahren ablegen, ist für alle gleich und hat es auch durchaus in sich. Im Eigenstudium sich das Wissen anzueignen, dürfte durchaus eine Herausforderung sein und gelingt auch den Wenigsten. Daher gibt es eine Vielzahl von Schulen die die Vorbereitung übernehmen, da sie wissen was und wie geprüft wird. Fakt ist aber auch: Die Prüfung überprüft vor allem Schulmedizin! Sie versucht zu verhindern dass der neue Heilpraktiker „keine Gefahr für die Volksgesundheit“ ist ( so steht das dann auch auf seiner Urkunde!)

    Soweit- so gut. Der Heilpraktiker weiß also wovon er seine Finger zu lassen hat und sein Aufgabengebiet endet und wie er die wichtigsten ernsten Krankheiten erkennt, um sie dann der Schulmedizin zu überlassen. Um es mal salopp auszudrücken: Wenn dein Patient  schwitzt und über Atemnot klagt und langsam vor Dir niedersinkt, solltest du es nicht mit Globuli versuchen!

    Genau hier kommt aber schon der nächste Irrglaube , wie es häufig höre: Heilpraktiker sind doch die mit den Globuli!

    Das gilt tatsächlich für eine Vielzahl der Heilpraktiker, da sie eine Zusatzausbildung in Homöopathie abgelegt haben, aber das ist nur eine von tausend Möglichkeiten womit ein Heilpraktiker eine Behandlung vornehmen kann. Nach der bestanden Prüfung heißt es nämlich nun erst mal entscheiden womit man im alternativen Bereich arbeiten möchte. Manche, so wie das bei mir der Fall war, die bereits vorgebildet aus der medizinischen Ecke kommen (ich habe Masseur, med. Bademeister und Physiotherapeutin gelernt und dabei bereits unzählige Zusatzfortbildungen abgelegt) möchten nur „freier“ arbeiten können. Das heißt als Heilpraktiker benötigen sie kein Rezept vom Arzt, sondern der Patient kann, wie beim Arzt, direkt zu Ihnen kommen. In diesem Bereich findet man viele Therapeuten wie Osteopathen und Manualtherapeuten. Wie bei mir auch, ergänzen aber viel Therapeuten ihr manuelles Behandlungskonzept durch Maßnahmen und Therapieformen die unterstützend und begleitend den Verlauf der Gesundung erleichtern und mehr an die Ursachen der Beschwerden gehen.. Bei mir heißt das z.B., dass ich mir die richtige Ernährung des Klienten anschaue, ihn mit Vitalstoffen, nach einer Laboruntersuchung, unterstütze und mit der Neurofunktionellen Integration behandle. Zusätzlich verwende ich noch Maßnahmen wie Taping, Schröpfen und auch ein begleitendes Coaching darf nicht fehlen. So kommen auch viele Menschen, bei denen nicht der Bewegungsapparat das Problem ist, sondern eben vielzählige andere Beschwerden.

    Wenn ihr mehr über die einzelnen Methoden erfahren wollt: Ich werde dazu demnächst mehrere Artikel schreiben.

    Das Fazit ist:

    Heilpraktiker sind so gut wie die Ausbildungen die sie nach Ihrer Prüfung belegen und wie intensiv sie damit arbeiten. Die Qualität der einzelnen Ausbildungen, soviel kann ich nur aus eigener Erfahrung berichten, ist aber bei einem hohen Prozentsatz der Ausbildungsinstitute gut und auch fundiert. Wie auch beim Arzt, entscheidet letztendlich das Wissen, die Routine und  die Erfahrung über die Qualität der Behandlung!

    Bei der Suche nach dem richtigen Heilpraktiker für Dich, überprüfe also was Dir wichtig ist. Ein seriöser Heilpraktiker wird immer ein Erstgespräch durchführen um Dich und Deine Beschwerden kennen zu lernen und Dir sein Konzept vorzustellen. So könnt ihr beide entscheiden ob Ihr zusammen arbeiten möchtet.

    Der Heilpraktiker ist oft derjenige der über den Tellerrand der bestehenden Beschwerden hinausdenkt und sich Zeit nimmt – gerade das scheint für mich in der heutigen Medizin eine sehr entscheidende Rolle zu spielen. Es gibt nicht die Pille für alles und viele Beschwerden haben mehrere Ursachen die mit einbezogen werden müssen, wenn der Erfolg langfristig sein soll. Aus meiner Sicht wäre eine ergänzende Zusammenarbeit mit der Schulmedizin wünschenswert, was aber leider auf Grund der bestehenden Vorurteile nur bedingt möglich ist.

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